Inzwischen wurde zwischen der Stadt und ALBA ein neues Konzept vereinbart. Die wichtigste Änderung was die Radwege angeht: “Stadt und Alba weiten den Winterdienst auf Radwegen aus. Künftig umfasst die erste Räumstufe 62 statt 37 Kilometer. Das sind Radwege, die unmittelbar nach Ende des Schneefalls beziehungsweise noch am selben Tag behandelt werden.” (http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2048/artid/13114929)
Das hört sich im Prinzip ganz gut an. Aber: “Aus Kostengründen können nach wie vor nicht alle 1100 Straßenüberwege in der Stadt frei von Schnee und Eis gehalten werden [...].” Damit sind ja wohl auch die zahlreichen Straßeneinmündungen gemeint, über die die Radwege führen. Ich rechne also nicht damit, als Radfahrer vernünftig voranzukommen. Daher bleibe ich bei meiner Forderung: Dann kann man sich das Räumen der Radwege auch sparen! Dann habe ich das Recht auf der Straße zu fahren – das ist mir lieber als an der nächsten Einmündung auf dieselbe zu rutschen.
Und: Was ist mit den Seitenstraßen, die oft von Radfahrern genutzt werden? Auch die sollte man nicht vergessen. Dazu gehören ja auch die neuen Fahrradstraßen.
Nachtrag: Montag, 29. November 2010:
Bis jetzt läuft es besser als ich dachte: Gleich nach dem ersten Schnee Ende letzter Woche wurden tatsächlich Fahrradwege geräumt und auch gestreut – alle Achtung! Dazu gehört z.B. die Theodor-Heuss-Straße und die Güldenstraße. Aber am meisten hat mich beeindruckt, dass man nicht nur an die Radwege entlang der großen Straßen gedacht hat, sondern wohl auch an die Fahrradrouten. Dazu gehört z.B. die Grünewaldstraße, das ist der Fahrradweg, der nördlich des Prinzenparks entlang der IGS Franzsches Feld über die Bahnschienen führt.
Ehrlichgesagt kann ich es kaum fassen – hat sich die Stadt bei der Prioritäensetzung tatsächlich von der Denkweise Radverkehr = Radwege verabschieden können? Denkt man jetzt wirklich bei Radverkehr an Radrouten? Im BZ-Artikel ist ja noch von Radwegen die Rede. Ich bin gespannt, ob man hier umgedacht hat. Lassen wir uns überraschen, wenn es demnächst mal etwas mehr schneit. Dann werden wir sehen, ob Nebenstraßen, die für den Radverkehr wichtig sind, auch geräumt werden.
Nachtrag: Donnerstag, 2. Dezember 2010:
Gestern abend hat die Schneefront aus Schleswig-Holstein Braunschweig erreicht. Schöner hoher Pulverschnee. Am Hagenring und am Altewiekring ist tatsächlich der Radweg geräumt. Ansonsten profitiere ich von den geräumten Bürgersteigen, denn mit dem Fahrrad auf der Straße fahren bringt auch nichts: Da ist auch noch nicht richtig geräumt.
26. November 2010 um 8:50
Danke, dass hier mal wieder etwas erscheint
Ja, der Winterdienst wird uns weiterhin beschäftigen. Zu dem Recht auf der Straße zu fahren erging kürzlich ein BVerwG-Urteil- habe den Link gerade nicht parat- müßte jedoch über bundesverwaltungsgericht.de erreichbar sein.
Für diejenigen, deren KollegInnen im selben / Nachbarort(-steil) über ein winterfähiges KFZ (Winterreifen / Schneeketten) verfügen: Fahrgemeinschaften bilden! Wenn “man” in derselben Straße wohnt, kann umschichtig freigekratzt werden- das erleichtert die Umsetzung und fördert die Bereitschaft des / der KFZ-Halter/in, sich auf solche Experimente einzulassen- und ist auch noch ökologisch sinnvoll…
06. Januar 2011 um 15:27
Nun haben wir Januar und ich kann als Fazit nur sagen: Straßendienst ist eine ziemliche Katastrophe. Die Straßen sind frei, ja, aber nur wenn die Autos alles weggefahren haben oder wenn es taut. Mag sein, dass es bei Euch um die Ecke anders aussieht, aber hier im westlichen Ringgebiet macht weder Auto- noch Radfahren oder zu Fuß gehen richtig Spaß. Heute morgen habe ich mich beim Joggen mal wieder voll auf die Klappe gelegt.